Blatt-Scanner
Wie die Arterkennung per Foto funktioniert, was sie leisten kann und wo ihre Grenzen liegen.
Der Blatt-Scanner nimmt ein Foto eines Blattes und schlägt dazu eine Baumart vor. Du findest ihn unter Mehr → Blattscanner; in der Rallye ist er der Schritt, mit dem ein Baum gesammelt wird.

So geht's
Richte die Kamera auf ein Blatt und tippe den Auslöser. Alternativ wählst du links ein Foto aus deiner Mediathek. Nach wenigen Sekunden erscheint das Ergebnis:
- der wahrscheinlichste Treffer mit Foto der Art, deutschem und lateinischem Namen,
- die Sicherheit in Prozent — hoch ab 70 %, mittel ab 40 %, darunter niedrig,
- ein Auszug aus Wikipedia,
- Auf Karte zeigen, um Bäume dieser Art in Wien zu finden,
- weitere Möglichkeiten mit ihren Wahrscheinlichkeiten.
„Nochmal scannen" führt zurück zur Kamera.
Ein brauchbares Foto
Die Erkennung ist auf Blätter trainiert, nicht auf ganze Bäume.
- Ein einzelnes Blatt aufnehmen, nicht die Krone.
- Das Blatt formatfüllend ins Bild nehmen.
- Auf einen ruhigen Hintergrund achten — die eigene Handfläche funktioniert gut.
- Gegenlicht vermeiden. Ein Blatt gegen den Himmel wird zur Silhouette.
- Möglichst flach halten, damit die Form unverzerrt ist.
Was im Hintergrund passiert
Die Auswertung läuft nicht auf dem Gerät, sondern auf einem Server des Projekts unter leaf.treesinvienna.eu. Die App überträgt das Bild verschlüsselt, der Server bestimmt die Art mit einem neuronalen Netz und schickt die Vorschläge zurück. Das Bild wird nur im Arbeitsspeicher verarbeitet und nicht gespeichert.
Jede Anfrage ist mit Apples App Attest abgesichert: Nur unveränderte Installationen der App auf echten Apple-Geräten erreichen den Server.
Daraus folgt: Der Scanner braucht eine Internetverbindung, und er kann besser werden, ohne dass du die App aktualisierst.
Kein Ersatz für eine Bestimmung
Der Scanner liefert einen Vorschlag, keine Diagnose. Bei seltenen Arten, Zuchtformen oder jungen Trieben liegt er regelmäßig daneben. Für Schularbeiten und alles, was verlässlich sein muss, gehört das Ergebnis gegengeprüft — etwa gegen die Katasterangabe des Baums oder ein Bestimmungsbuch.
Wenn die Erkennung scheitert
Meldet der Scanner nur niedrige Sicherheit, liegt es meist am Bild. Ein zweiter Versuch mit einem anderen, ausgewachsenen Blatt derselben Pflanze hilft in aller Regel. Im Winter ohne Laub hilft der Scanner naturgemäß nicht; dann bleibt der Blick in die Katasterangaben des Baums.
Die Fotos der Arten im Ergebnis stammen von iNaturalist oder Wikipedia; der Urheber steht unter dem Bild.